offroadfinnmark 700

Offroadfinnmark 700 ist ein grandioses Mountainbikerennen mit Start und Ziel in Alta. Ein Team besteht aus 2 bis 3 Fahrern. Es sind 700 km auf Traktorwegen, Pfaden, Singletrails und ab und an auch nur quer durch die Wildnis der Vidda zu fahren. Es ist ein technisch sehr anspruchsvolles Rennen, steiniger Untergrund wechselt mit sumpfigen Gelände, jede Menge Bäche und Flüsse sind zu queren und  teilweise muss das Rad auch mal getragen warden. Detailierte Informationen findet ihr unter „Loipenprofil“. Alle Mannschaften werden vom Team Offroadfinnmark unterstützt; zusätzlich ist eine private Betreuung und Unterstützung an den Ckeckpunkten möglich.



Offroadfinnmark 700 ist ein Radrennen mit einer langen Etappe. Wie diese am besten zu bewältigen ist – Länge der Teilabschnitte, Pausen, Schlafen – ist für jedes Team freigestellt. Durch den Veranstalter wird jedoch eine  Zeitschiene und Grundlogistik angeboten. Diese enthält Pflichtaufenthalte und Checkpunkte. Das sind Schulen, Gemeindehäuser, Berg- und Touristhütten in der Finnmark. Hier erhält man Unterstützung in Form von Essen, Dusch- und Schlafmöglichkeiten, Zugriff auf sein Gepäck mit Wechselwäsche, aber auch wenn nötig, technisch Hilfe. Es steht dem Teams frei, wie lange sie an den Stützpunkten sind. Ausnahme sind die drei obligatorschen Checkpunkte, wo man mindestens 3 Stunden verweilen muss (Skoganvarre, Karasjok und Kautokeino).  Die Teilnhemer können und sollten aber auch unterwegs essen und ausruhen. Außerhalb der Checkpunkte darf keine externe Unterstützung in Anspruch genommen werden. Da die Teams mit GPS-Sender ausgestattet sind, ist ihre gesamte Fahrt durch die Finnmark per Google Earth verfolgbar. Mit einem Klick sind die Plazierungen und Abstände ersichtlich.

Alle Teilnehmner führen eine Minimumausstattung mit sich, um bei unvorherzusehenden Ereignissen (Unwetter, Pannen, Stürze) gerüstet zu sein. Mehr Infos hier unter „Pflichtaussattung“.

 

Gerit Pfuhl schreibt:

Offroadfinnmark 700 ist ein phantastisches Mountainbikeabenteuer durch unbeschreiblich schöne, herbe Landschaft mit Bergen, Sümpfen und Hochebenen in der nördlichsten Provinz Norwegens - der Finnmark.

Start und Ziel dieses einmaligen Rennens sind in Alta, einer kleinen Universitätsstadt, direkt am Altafjorden und an der Mündung des lachsführenden Flusses Alta gelegen. Im Sommer ist es 24 Stunden hell, die Mitternachtssonne erwärmt die Region tagsueber uf angenehme 20 Grad, aber mit Regenwochen muss man auch rechnen. Die Mitternachtssonne über den Fjord stehen sehen ist ein unvergessliches Erlebnis, worüber sich schon unsere Vorahnen erfreuten, wie man aus den Steinzeichnungen im hiesigen Museum sehen kann.

700km - na und, wird sich der eine oder andere sagen, da haben wir schon ganz andere Distanzen bewältigt. Gut, sehr gut, denn das ist die beste Vorbereitung, umgerechnet auf normale Mountainbikerouten sind die 700 mindesten 1 000 km, zum Teil kann man einzelne Abschnitte nur mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h und weniger bewältigen und einige Male läuft man bzw. trägt das Rad durch Flüsse, Sümpfe oder auch über Steine. Ja und Mücken gibt's in einigen Abschnitten, jede Menge; da hilft nur ein Mückennetz und gutes Spray. Aber das Besondere bei diesem Rennen ist, es gibt nur die eine Etappe - und die ist eben 700 km lang. Eine technisch höchst anspruchsvolle Runde; die Höhenmeter sind auch nicht zu verachten aber als Entschädigung gibt's super Singletrails. Die Bevölkerungsdichte im hohen Norden ist gering und so ist man ziemlich allein in den Bergen, Sümpfen oder in der Vidda (naja, ein Rentier, ein paar lustige Lemminge und freche Vögel begegnet man schon). „Vidda" ist der Name für die Tundralandschaft, in der die Samen ihre Rentiere halten, die schwarzen Kratzbeeren (ähnlich der Heidelbeere) bestens gedeihen, ein Wald aus drei Birken besteht und der Horizont unendlich weit ist).

Zum Glück gibt es ein paar Ansiedlungen und Berghütten, die zugleich Checkpunkte für das Rennen sind. Diese gilt es mit Hilfe von GPS und Karte zu finden und sie sind Ruhepunkte für Essen, Trinken, Schlafen und für technische Hilfe. Nebenbei wirft man einen Blick auf die aktuelle Wertung, d. h. man schaut auf die Gesamtroute am Bildschirm und sucht sein Fähnchen und die der Konkurrenten, denn ein sportliches Ziel gibt's auch: Das beste Team (bestehend aus mindestens 2, maximal 3 Fahrern) erhält je Fahrer ein Kunstwerk eines einheimischen Meisters und ein attraktives Preisgeld (ueber 4500 Euro). Dafür muss man sich aber ganz schön in die Pedalen legen. Die Siegerzeit von 2011 betrug gerade mal knappe 3 Tage - und das heißt: volle Power bei wenig Schlaf, sehr wenig Schlaf (es sind 3 Pflichtaufenhalte mit Minimum 3 Stunden vorgeschrieben)! Aber man kann auch 4 Tage die Landschaft genießen, ist in der Wertung und total erschöpft im Ziel. Die Entlohnung, auch für die letzten Teams, ist eine Bankett, bei der es neben kulinarischen einheimischen Genüssen super Bilder, einen kleine Film und viele Reden zum und über das Rennen gibt. Gespräche mit Sportsfreunden runden dieses Event ab und zufrieden mit der eigene Leistung tritt man mit den Wunsch, im nächsten Jahr es noch einmal zu wagen, die Heimreise an.